QR-Code-Falle beim Parkieren: Kleber führen auf Betrugsseiten statt zur Bezahl-App

(Bern BE). Im ganzen Kanton wurden seit letzter Woche vermehrt falsche QR-Codes an Parkuhren festgestellt.

Die Kantonspolizei Bern ruft zur Vorsicht auf und gibt Tipps.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Betroffen: Parkuhren im Kanton Bern, unter anderem in Bern und im Berner Oberland
  • Feststellungen: Vermehrt gefälschte QR-Codes seit letzter Woche
  • Betrugsmasche: Manipulierte Aufkleber führen auf gefälschte Bezahlwebseiten
  • Ziel: Diebstahl von persönlichen Informationen und Zahlungsdaten
  • Warnzeichen: Überklebte QR-Codes, teilweise fehlendes TWINT-Logo
  • Empfehlung: Nur bekannte Bezahl- und Parkingapps verwenden
  • Bei Datenweitergabe: Sofort Bank kontaktieren, Zugänge sperren und Anzeige erstatten

Gefälschte QR-Codes an Parkuhren entdeckt

Seit letzter Woche wurde untern anderem in Bern und im Berner Oberland vermehrt mehrere falsche QR-Codes an Parkuhren festgestellt. Diese führen auf betrügerische Webseiten, mit dem Ziel persönliche Informationen und Zahlungsdaten der Betroffenen zu stehlen. Die gestohlenen Daten werden durch die Täterschaft anschliessend für weitere Delikte oder Zahlungen im Namen der Opfer verwendet.

Es ist nicht auszuschliessen, dass diese QR-Codes auch in anderen Regionen des Kantons Bern angebracht wurden. Die Kantonspolizei Bern ruft in diesem Zusammenhang zur Vorsicht auf. Mit diesen Tipps schützen Sie sich, Verwandte und Bekannte:

  • Verwenden Sie zum Scannen von QR-Codes nur bekannte und als sicher anerkannte Bezahl-Apps bzw. offizielle Parkingapps.
  • Kontrollieren Sie öffentliche QR-Codes, bevor Sie sie scannen. Stellen Sie sicher, dass es sich nicht um manipulierte Aufkleber handelt.
  • Achten Sie darauf, dass die Website, die Sie über den QR-Code aufrufen, mit der offiziellen Website des Anbieters übereinstimmt. Geben Sie im Zweifelsfall keine Zahlungsdaten ein.
  • Finden Sie einen manipulierten QR-Code, zum Beispiel an einer Parkuhr, melden Sie dies sofort der Polizei und geben Sie den genauen Standort an.

Falls Sie Ihre Angaben auf einer Betrugsseite eingegeben haben:

  • Setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank oder Ihrem Kreditkartenanbieter in Verbindung und lassen Sie die betroffenen Karten oder Zugänge sperren.
  • Erstatten Sie nach telefonischer Voranmeldung Anzeige auf einer Polizeiwache.

Wie erkenne ich die falschen QR-Codes?

Die falschen QR-Codes ähneln sehr den richtigen. Achten Sie sich unter anderem auf folgende Punkte:

  • Ein falscher QR-Code wird als separater Kleber zusätzlich auf die bereits vorhandenen Zahlinformationen oder auf den bestehenden QR-Code der Parkuhr geklebt. Unter Umständen ist dies nur mit genauem Hinschauen erkennbar.
  • Bei den bisher festgestellten gefälschten Twint-QR-Codes fehlt teilweise das Twint-Logo.
  • Anstatt über Twint oder andere bekannte Bezahl- und Parkingapps, werden Personen aufgefordert, die falschen QR-Codes über die Kamera des Handys zu scannen. Dies entspricht nicht dem gängigen Vorgehen beim Zahlen an Parkuhren.

Weitere Informationen und Beispiele von manipulierten QR-Codes und Fake-Bezahlwebseiten finden Sie auf cybercrimepolice.ch:

Polizei.news informiert | QR-Code-Betrug beim Parkieren

QR-Code bereits gescannt? Entscheidend ist, was danach passiert ist

Ein verdächtiger QR-Code allein bedeutet noch nicht, dass Geld gestohlen wurde. Besonders kritisch wird es, wenn auf der aufgerufenen Webseite Zahlungsdaten oder Sicherheitscodes eingegeben wurden.

Nur gescannt und eine Webseite geöffnet? Schliessen Sie die verdächtige Seite. Geben Sie keine Daten ein und öffnen Sie die offizielle Parking- oder Bezahl-App direkt auf Ihrem Handy.

Kreditkartendaten eingegeben? Kontaktieren Sie unverzüglich den Kartenanbieter und lassen Sie die Karte sperren. Prüfen Sie anschliessend die Kartenumsätze auf unbekannte Belastungen.

Zusätzlich einen SMS-Code bestätigt? Informieren Sie Ihre Bank ausdrücklich darüber. Solche Bestätigungscodes können von Betrügern verwendet werden, um unberechtigte Zahlungen auszulösen.

Bereits Geld verloren? Bewahren Sie Zahlungsbelege, verdächtige Internetadressen und allfällige Nachrichten auf. Diese Angaben können bei der Anzeige hilfreich sein.

Warum die Betrugsseiten so glaubwürdig wirken

Gefälschte Parking-Webseiten können zunächst nach dem Autokennzeichen und der gewünschten Parkdauer fragen. Dadurch entsteht der Eindruck eines gewöhnlichen Bezahlvorgangs. Erst danach werden Kreditkartendaten und unter Umständen zusätzliche Bestätigungscodes verlangt.

Die Betrugsmasche wird auch als Quishing bezeichnet – eine Form von Phishing, bei der QR-Codes auf manipulierte Internetseiten führen.

Weitere Hinweise zum Schutz vor Onlinebetrug finden Sie bei Cyberpolice.ch und Polizeinews Prävention.

 

Quelle: Kantonspolizei Bern
Bildquelle: Symbolbild © Marcus Lindstrom/iStock.com